Sonntagsfrage in Bayern
Im August 2023 erhebt die Süddeutsche Zeitung Vorwürfe gegen Hubert Aiwanger, dass dieser während seiner Schulzeit ein antisemitisches Flugblatt verfasst haben soll.1 Hubert hatte laut eigener Aussage einige Exemplare in seiner Schultasche und musste ein Referat als “Wiedergutmachung” halten, beharrte jedoch darauf, dass sein Bruder der Verfasser des Pamphlets sei. Sympathisch!
Eine Inszenierung als Opfer einer angeblichen Hetzkampagne der “etablierten” Medien verhalf den Freien Wählern augenscheinlich zu einem verbesserten Abschneiden in der anschließenden Landtagswahl.2 Sie wurden zweitstärkste Kraft mit 15,8 %. Anscheinend kann 78 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Bayern wieder politisches Kapital aus einer antisemitischen Vergangenheit geschlagen werden.
