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Kartenprojektionen

Die Mercator-Projektion wurde 1569 vom Kartographen Gerhard Mercator unter dem Titel Nova et Aucta Orbis Terrae Descriptio ad Usum Navigantium Emendata veröffentlicht.1 Wie der Name schon sagt, war diese Projektion für die Navigation auf See gedacht, da Wege gleichen Kurses (also Kompassnadel zeigt fortwährend in die gleiche Richtung) als Geraden dargestellt werden.

Allerdings wird bei Änderung der Projektion2 deutlich, dass diese sogenannten Loxodromen nicht die kürzeste Verbindung zweier Punkte auf einer Kugeloberfläche sind. Reist ein Flugzeug beispielsweise von Berlin nach Chicago auf einer Orthodromen, also entlang eines Großkreises bzw. auf wirklich kürzestem Weg, wird dies in der Mercator-Projektion als Kurve dargestellt. Während Flugreisen ist diese auf den ersten Blick widersprüchliche Routenführung manchmal auf der on-board Karte (in Mercator-Projektion) zu erkennen. Die frühneuzeitliche Seefahrt nahm also für eine vereinfachte Navigation eine längere Strecke in Kauf.

mercator


  1. vgl. Wikipedia ↩︎

  2. Die orthographische Projektion betont die Kugelgestalt der Erde, jedoch werden Flächen (vor allem nahe der Ränder) weiterhin verzerrt dargestellt. Daher rühren die „Knicke“ der Loxodrome im rechten Subplot. ↩︎